Cranialorthesen

Schiefes Köpfchen - was nun?

Ist bei Ihrem Baby im Alter von drei bis vier Monaten eine Asymmetrie zu erkennen, sollten Sie bei Ihrem Kinderarzt vorstellig werden. Der Arzt wird untersuchen, ob es sich um eine lagebedingte Deformität oder eine selten auftretende vorzeitige Verknöcherung der Schädelnähte handelt.

Bei lagebedingten Veränderungen wird der Arzt die Möglichkeiten von physiotherapeutischer oder manualtherapeutischer Behandlung prüfen. Ebenso wird er Sie beraten, wie Sie im Alltag durch richtige Lagerung die Entwicklung der Kopfform positiv beeinflussen können.

Begleitend bieten wir eine Craniometrie (Schädelmessung) als Privatleistung an. Dies bedeutet, dass wir zwei Messungen vornehmen, jeweils mit vier Wochen Abstand. Entwickeln sich im 5. bis 6. Lebensmonat die Messwerte negativ, so ist dies eine Indikation für eine Helmtherapie. Die Ergebnisse unserer Messungen geben wir Ihnen für Ihren Kinderarzt mit. Entscheidet dieser, dass eine Helmtherapie notwendig ist, benötigen wir eine ärztliche Verordnung und die Kostenübernahme Ihrer Krankenkasse, die Sie vorab einholen müssen.

Lagebedingte Kopfdeformitäten

In den ersten Lebensmonaten entwickeln einige Kinder lagebedingte Kopfdeformitäten. Ursachen dafür sind u.a.:

  • Vorzugshaltung wegen einer Funktionsstörung der Halswirbelsäule
  • Frühgeburt und damit weiche und verformbare Schädelknochen
  • Enge im Mutterleib (z.B. bei Mehrlingsschwangerschaften)
  • Neuropädiatrische Erkrankungen

Seitdem für Säuglinge die Rückenlage empfohlen wird um das Risiko des plötzlichen Kindstod zu verringern, haben lagebedingte Schädeldeformationen deutlich zugenommen. Bei einer Vorzugshaltung bildet sich eine Abflachung des Köpfchens im Bereich der Auflagefläche. Für den Säugling, der seinen Kopf noch nicht selbstständig heben kann, wird es dann noch schwieriger die Kopfposition zu ändern, wodurch der Bereich weiter abflacht. Oft bessern sich lagebedingten Schädelasymmetrien von selbst. Bei Ausbleiben der spontanen Rückbildung sollten Kopfdeformitäten behandelt werden, um bleibende Asymmetrien im Erwachsenenalter zu verhindern.  

Die Behandlung mit einer Cranialorthese

Bei ausgeprägten lagebedingten Schädelasymmetrien hat sich die Behandlung mit Cranialorthesen bewährt. Dafür wird individuell ein Helm aus leichtem Kunststoff hergestellt, der an prominenten Stellen anliegend und an den abgeflachten Regionen mit etwas Abstand geformt wird. Dadurch wird das Kopfwachstum in die richtige Richtung gelenkt und das bevorzugte Liegen auf der abgeflachten Region verhindert. Wir fertigen diese Helme mit einer schonenden Abformtechnik bei der ihr Kind nicht mit nassem Gips in Berührung kommt. Von der Maßnahme bis zur Fertigstellung und Lieferung benötigen wir etwa 5 Arbeitstage und gewährleisten damit eine unverzügliche Versorgung. Es folgen zeitlich abgestufte Kontrollsitzungen bei denen wir den Helm wachstumsbedingt anpassen und kontrollieren, dass der Helm nicht insgesamt  zu eng wird. Im Idealfall sollte die Helmbehandlung vor dem 6. Lebensmonat beginnen, da die Wirksamkeit der Therapie im ersten Lebensjahr am größten ist. Der Helm sollte 22 Stunden am Tag getragen werden. Sobald sich die Asymmetrien gebessert haben oder das Kopfwachstum sehr verlangsamt, kann auf das Tragen des Helmes verzichtet werden. Bei den meisten Kindern ist dies nach 4-8 Monaten der Fall.